Informationen über den Stadtteil Bethlehem, über das Quartier Tscharnergut und über das Quartier Blumenfeld
Das alte Gemeindegebiet (Bethlehem) von Bümpliz lag im Grenzraum zwischen Burgundern im Westen und Alemannen im Osten, wobei allerdings die Siedlungsbezirke nicht klar voneinander abzugrenzen sind. Davon zeugen zahlreiche frühmittelalterliche Gräber in Bethlehem. In der Kiesgrube Neuhaus (Messerli-Grube) wurde zwischen 1913-16 ein Gräberfeld mit 291 Bestattungen aus der Zeit zwischen 500 und 700 und 1927-31 ein weiteres mit 31 Bestattungen von Anfang des 7. Jahrhunderts entdeckt. Die Gräber waren mit Beigaben reich ausgestattet. Diese Fundgegenstände befinden sich heute im Bernischen Historischen Museum.
Der Ursprung des Namens "Bethlehem" für eine Ortsbezeichnung bei Bern geht auf das Mittelalter zurück. Das nahe gelegene Kloster des Deutschritterordens hatte in dieser Gegend einen Prozessionsweg errichtet. An die Stationen dieses Weges erinnert neben "Bethlehem" die allerdings nur noch auf alten Karten zu findende Bezeichnung "Jerusalem" im Bremgartenwald. Der Name "Bethlehem" übertrug sich auf den dortigen Weiler und die daraus entwickelnde Dorfschaft in der Gemeinde Bümpliz.
Vor der Jahrhundertwende bestand die Siedlung Bethlehem aus drei grossen Bauerngütern, einigen Einzelhäusern, zwei Wirtschaften, einer Schmiede und einer Sägerei.
1918 stimmen die Bümplizer (Bethlehemer) mit 631 Ja gegen 17 Nein dem Eingemeindungsvertrag zu. 1919 entstehen die ersten Gemeindewohnungen im neuen Stadtteil. 1958-65 wurde die erste Grossüberbauung, das Tscharnergut, realisiert. 2004 wohnten 12'653 Einwohnerinnen und Einwohner in Bethlehem (5'952 Wohnungen).
Das Tscharnergut liegt ca. 4 km westlich des Stadtzentrums in Bethlehem, einem Quartier der ehemaligen Gemeinde Bümpliz. Im 18. Jahrhundert baute Viktor von Erlach ein Landhaus, das bald zum spätbarocken Landsitz mit zwei Bauernhöfen erweitert wurde. Das Gut hiess nach dem späteren Besitzer ab 1774 "Tscharnergut". Die zum Gut gehörende Campagne ist heute als "Fellergut" bekannt.
Das Tscharnergut - erste Berner Grossraum-Siedlung
Das Quartier im Westen von Bern ist eine typische Wohnsiedlung der späteren fünfziger
Jahre und war die erste Grosssiedlung in Bern, die für 5'000 Bewohnerinnen und Bewohner
konzipiert wurde.
Grunddaten:
Adresse: Tscharnergut, Bern-Bethlehem, umgrenzt von Waldmann-, Riedbach- und
Fellerstrasse.
Erstellt: 1958 - 65
Situationsplan (hier anklicken)
Anzahl Häuser:
- 5 Hochhäuser à 20 Geschosse
- 8 Scheibenhäuser à 8 Geschosse
- 3 Mehrfamilienhäuser à 4 Geschosse
- 2 Reiheneinfamilienhausgruppen.
| Eigentümer und Verwaltungen der Liegenschaften im Tscharnergut: | ||
| Strasse & Hausnummer | Eigentümer | Verwaltung |
| Fellerstr. 28, 28A,32 C Waldmannstr. 17, 21, 32 P |
TIAG (Tscharnergut Immobilien AG) | Büro Dr. Meyer Verwaltungen AG 031 996 42 52 |
| Fellerstr. 30 Waldmannstr. 25, 31, 67, 75 |
FAMBAU (Familienbaugenossenschaft) | FAMBAU 031 997 11 01 |
| Fellerstr. 32, 32A, 32B, 42, 42A, 42B, 52,
52A, 52B, 56 Waldmannstr. 39, 45 |
Baugenossenschaft Brünnen Eichholz | Büro Dr. Meyer Verwaltungen AG 031 996 42 52 |
| Fellerstr. 40, 50, 53 | SMUV | ZIVAG 031 350 21 11 |
| Waldmannstr. 61, 61A | Pensionskasse der Stadt Bern | Emmenegger Verwaltungen AG 031 336 06 06 |
| Fellerstr. 44 A - H | Miteigentümergem. EFH Fellerstr. 44 | Büro Dr. Meyer Verwaltungen AG |
| Fellerstr. 54 A - H | Miteigentümergem. EFH Fellerstr. 54 | Büro Dr. Meyer Verwaltungen AG |
| Waldmannstr. 15 | KIO-Wohnheim/Studentenwohnheim | ATRIMMO AG Immobilien Treuhand |
| Waldmannstr. 19, 33, 35, 49, 49A Fellerstr. 18, 20, 22, 24 |
Stadtbauten | Stadtbauten |
| Riedbachstr. 9 | Band Genossenschaft | Band Genossenschaft |
Die Wohnbaugesellschaften haben sich für Erstellung und Betrieb der Anlagen von gemeinsamem Interesse (Kleinzoo, Bibliothek, Ladenzentrum, Einstellhallen, Fernheizung, Quartierzentrum, Restaurant, Grünanlagen) mit der Einwohnergemeinde Bern zur Tscharnergut Immobilien AG (TIAG) zusammengeschlossen.
Bevölkerungsentwicklung:
Wohnten 1970 noch 4'644 Einwohnerinnen und Einwohner im Tscharnergut, so waren es 1990 nur
noch 2'906 (63%). In dieser Zeit stieg der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer von
9% auf 19% und derjenige der Senioren (über 65 Jahre) von 2% auf 15%. Gleichzeitig sank
der Anteil der Kinder und Jugendlichen (bis 19 Jahre) von 51% auf 19%.
Die Zahlen widerspiegeln die Veränderungen des Quartiers und der Stadt Bern. Sie weichen in den meisten Kenngrössen nicht sonderlich von der generellen Tendenz ab. Markant ist der wachsende Anteil von ausländischen Einwohnerinnen und Einwohnern bei gleichzeitiger Abnahme der Gesamtbevölkerung, sowie die Zunahme von den über 65jährigen.
Das Quartier Blumenfeld liegt östlich vom Tscharnergut und wird begrenzt durch die Waldmannstrasse, Bümplizstrasse, Bethlehemstrasse und die alte Murtenstrasse. Es besteht grösstenteils aus unauffälligen Wohnhäusern aus den 50er Jahren. Einige Kleingewerbler haben sich hier niedergelassen, doch die Einkaufsmöglichkeiten sind relativ begrenzt. Als einziger Treffpunkt für die ca. 800 Bewohnerinnen und Bewohner dient das Café Blumenfeld an der Murtenstrasse.
Gemäss Statistik wohnen ca. 340 Ausländerinnen und Ausländer (ca. 43%) im Blumenfeld (vorab Italiener und Spanier). Für die ca. 15% Kinder im Alter bis zu 10 Jahren fehlen öffentliche Spielplätze.
Dank dem Leistungsvertrag zwischen der Stadt Bern (Gesundheits- und Fürsorgedirektion) und der VBG wurde das Quartier Blumenfeld zum Einzugskreis des Quartierzentrums im Tscharnergut (QZT) geschlagen, wodurch die Bewohnerinnen und Bewohner einen kompetenten Ansprechpartner erhalten haben.
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Quartierzentrum im Tscharnergut |
Letzte Änderung: 26.01.08 11:59 |